Literatur

Wilfried F. Schoeller - liest aus „Alfred Döblin“

(TV) Litera-Tour - Mi 08.02. - 20 Uhr
Ort: Winterer-Foyer, Theater Freiburg

Wilfried F. Schoeller legt die erste umfassende Biographie über Alfred Döblin vor, den großen ?Unbekannten? der Literaturgeschichte Deutschlands, der sich nie aus Thomas Manns Schatten befreien konnte. Das Werk zeigt einen Menschen, der als Arzt und Künstler, als Jude und Katholik, als Patriot und Sozialist in die Tragödien des 20. Jahrhunderts hineingezogen wurde.

Benjamin Lebert - liest aus „Im Winter dein Herz“

Litera-Tour: Mi 21.03. – 20 Uhr
Ort: Winterer-Foyer, Theater Freiburg

Wenn der erste Schnee fällt, ziehen sich die Menschen zurück in ihre Häuser und halten Winterschlaf wie die Tiere. Robert, Annina und Kudowski, drei in dem kleinen Ort Waldesruh Gestrandete, bleiben wach und machen sich auf den Weg. In einem schwarzen Suzuki Samurai fahren sie durch ein weißes, vom Winter erfasstes Land. Es ist das Land, das man kennt, und doch ist es anders. Das Schweigen der Häuser, die verschlossenen Fensterläden erzählen von tiefen Träumen, und kaum ein Mensch zeigt sich auf den Straßen.

Martin Walser - liest aus „Muttersohn“

Litera-Tour - Mi 11.12. - 20 Uhr
Ort: Großes Haus, Theater Freiburg

Wovon handelt dieser Roman? Es ist leichter zu sagen, wovon er nicht handelt. Er handelt von 1937 bis 2008, kommt nicht aus ohne Augustin, Seuse, Jakob Böhme und Swedenborg, handelt aber vor allem von Anton Percy Schlugen. Seine Mutter Josefine, Fini genannt, ist Schneiderin; sie lebt, auch als sie mit einem Mann zusammenlebt, allein. Jahrelang schreibt sie Briefe an Ewald Kainz, der auf den Stufen des Neuen Schlosses in Stuttgart eine politische Rede hielt. Die Briefe schickt sie nicht ab; sie liest sie ihrem Sohn vor und vermittelt ihm so, dass zu seiner Zeugung kein Mann nötig gewesen sei. Mit diesem Glauben lebt Percy. Er wird Krankenpfleger im psychiatrischen Landeskrankenhaus Scherblingen, wird gefördert von Professor Augustin Feinlein und eines Tages mit einem Fall betraut, an dem die Ärzteschaft fast verzweifelt. Es geht um einen Suizidpatienten, einen Motorradlehrer, der sich allen Therapieversuchen stumm widersetzt. Dieser Patient heißt: Ewald Kainz. Percy ist inzwischen berühmt, weil er keiner Weltvernunft zuliebe verzichtet auf die von der Mutter in ihn eingegangene Botschaft vom Kind ohne leiblichen Vater. Berühmt auch durch seine prinzipiell unvorbereiteten Reden. Das ist sein Thema: Ich sage nicht, was ich weiß. Ich sage, was ich bin.
In «Muttersohn» fügen sich Bekenntnisse und Handlungen zu einem Roman des Lebens: empfindungsreich, ironisch und schwerelos zugleich.

Arnold Stadler - liest aus „New York machen wir das nächste Mal! - Geschichten aus dem Zweistromland“

Litera-Tour - Mi 01.12. - 20 Uhr
Ort: Winterer-Foyer, Theater Freiburg

»Kaum hat der Mensch seinen Schreibtisch aufgeräumt, so glaubt er schon, es sei Ordnung möglich«, sagt Arnold Stadler, aber »Ordnung ist wohl nur eine Charakterfrage und beweist gar nichts.« Das Unaufgeräumte ist das Ordnungsprinzip von Stadlers Literatur. In ›New York machen wir das nächste Mal‹ erzählt er traurige und verträumte Geschichten: Es gibt ein unverhofftes Wiedersehen mit den alten Bekannten aus Stadlers großen Romanen, den schmerzhaft Verliebten und mit großer Geste Schüchternen. Es sind die, die ankommen und trotzdem nicht bleiben, die abreisen, um zu leben – immer da, wo es am schönsten ist –, die Ordnungs- und Glückssucher, die sich in diesen Denkbildern und Episoden wiedertreffen und so einen Empfang bereiten für ein weiteres Kapitel des einen großen Werkes, an dem Arnold Stadler unermüdlich schreibt.

Bruno Ganz und delian::quartett: "Schläft ein Lied in allen Dingen..."

Mi 16.11.2011 - 20 Uhr
Ort: Burghof Lörrach

Der Schauspieler Bruno Ganz gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Theater- und Filmdarsteller der Gegenwart. Seine unnachahmliche Art der Textbeherrschung, seine Ernsthaftigkeit und seine Bescheidenheit machen seine Kunst unverwechselbar. Filme wie „Der Himmel über Berlin", „Brot und Tulpen", „Luther" oder „Das Ende ist ein Anfang" belegen seine überragenden schauspielerischen Qualitäten.

Vorabdruck 'On Tour mit Art & Language und Niklas Luhmann' - Theorie-Roman von Christian Matthiessen

Mit Buchbesprechung von Peter Weibel und Bazon Brock

Der Velasquezsaal lag in hellem Licht. Außen an den Mauern lehnte die Hitze, innen war es still. Die Velasquez’ warteten. Sie waren in einem physischen Sinne Geist. Mit ihnen war der Beobachter erschienen. Sie hatten ihre Interpretation bereits hinter sich, sie hatten sie gespeichert wie ein großes Kapital, und Besucher waren ihnen gleichgültig. Die Bilder langweilten sich und spielten hin und wieder mit ihrem Ausdruck, sie veränderten ihre Farben oder sie verdunkelten sich und erschienen dann finster. Oder sie wurden streng und spielten sich als Autoritäten auf.

»Entzogene Kulturgüter« 1935-1945 - Die Situation in Freiburg

29. September 2011, 20 Uhr
Ort: Freiburg, Katholische Akademie

Dr. Tilmann von Stockhausen in der Reihe »Aus erster Hand« – Erlebtes und Erforschtes aus der Zeit 1933–1945

Mit der Verfolgung der Juden und der Shoa wurde von Anbeginn an auch deren materielle Beraubung propagiert und durchgeführt. Dieser Raub fand damals auf der Grundlage von gesetzlichen Regelungen und unter Beteiligung von Behörden und eigens dafür eingerichteten Institutionen statt.

22. Staufener Kulturwoche - Pas de deux

2.- 13.Oktober 2011
Ort: Spiegelzelt Staufen

In diesem Jahr wird die Staufener Kulturwoche vom 2. bis 13. Oktober zum 22. Mal durchgeführt. Hervorgegangen aus den Baden-Württembergischen Literaturtagen, die 1989 in Staufen stattfanden, stand die Kulturwoche Jahr für Jahr unter einem anderen Motto und beschäftigte sich mit wechselnden Themen wie: Theateraufführungen, Lesungen, Kabarett, Konzerte, Filme, Tanz und Vorträge.

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